Mädchen, das über verschiedene Optionen der Myopie Kontrolle nachdenkt: Brille, Kontaktlisne mit peripherem Defokus, Nachtlinse, Ortho-K

Myopie Management, Myopie Kontrolle

zunehmende Kurzsichtigkeit Ihres Kindes bremsen

„Myopie Management“ oder „Myopie Kontrolle“: Verschiedene Namen dafür, zunehmende Kurzsichtigkeit eines Kindes zu bremsen oder stoppen.

Seit über 10 Jahren finden Sie bei Pfarrer Kontaktlinsen Expertise im Bereich Myopie Management. Hunderten von Kindern und Jugendlichen gelang es in dieser Zeit, ihre zunehmende Kurzsichtigkeit zu stabilisieren oder das Fortschreiten dieser Myopie zu verlangsamen.

Myopie Management ist für uns eine Herzensangelegenheit, da wir als Kontaktlinsen-Praxis naturgemäss viele höchst kurzsichtige KundInnen und PatientInnen haben, die mit Linsen besser sehen als mit ihrer Brille. Daher erleben wir täglich, wie sich die Folgen von sehr hoher Kurzsichtigkeit auf die Lebensqualität von Betroffenen auswirken. Heute können sie ihren Kindern oder Grosskindern diese Folgen glücklicherweise ersparen, wenn frühzeitig und interdisziplinär mit Ihrer AugenärztIn und uns massgeschneiderte Lösungen gesucht werden. Wir setzen alles daran, Sie und Ihr Kind bestmöglich zu unterstützen, um der Entwicklung einer starken Kurzsichtigkeit entgegenzuwirken.

Bild mit dem Versuch, eine Verlängerung des Augapfels zu vermeiden

Myopie, auch bekannt als Kurzsichtigkeit, ist eine Fehlsichtigkeit, bei der weit entfernte Objekte unscharf erscheinen. Diese Fehlsichtigkeit tritt meist im Schulalter auf und beruht oft auf einem exzessiven Längenwachstum des Auges. Mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung ist kurzsichtig und dieser Anteil steigt nach WHO Schätzung bis 2050 auf 50%. Eine geringe Kurzsichtigkeit mit einer Augenlänge im Normbereich kann zwar lästig sein, ist aber unproblematisch. Anders sieht es bei hoher Myopie aus: Das Auge ist so stark in die Länge gedehnt, dass sich erhöhte Risiken für schwerwiegende Augenprobleme wie Netzhautrisse und -Ablösung, Glaukom (Grüner Star), Myope/ Myopische Makuladegeneration und frühe Katarakt (Grauer Star). Daher ist es wichtig, das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit frühzeitig zu bremsen, damit eine hohe Myopie und eine übermässige Dehnung des Augapfels vermieden werden kann.

Überischt der Veränderungen der Augenform bei zunehmender Myopie

Sie haben bei uns die Auswahl aus allen verfügbaren, evidenzbasierten Behandlungsmöglichkeiten an, um die Myopie-Progression zu bremsen:

  • Orthokeratologie (Nachtlinsen):
    Formstabile Kontaktlinsen, die über Nacht getragen werden und tagsüber eine Brille überflüssig machen. Diese Methode ist sehr wirksam und gut erforscht. Zudem ist sie bei Eltern und Kindern äusserst beliebt, weil der Einsatz im hygienischen Umfeld zuhause erfolgt und tagsüber kein Staub, Wasser oder sonst etwas Probleme mit den Linsen verursachen kann. Hier finden Sie mehr Infos zu Nachtlinsen.
  • Kontaktlinsen mit peripherem Defokus:
    Weiche oder formstabile Linsen mit besonderer Optik zur Myopiekontrolle. Diese Linsen sind einfach anzuwenden und in verschiedenen Austauschrhythmen verfügbar. Es gibt sie als formstabile / harte Jahreslinsen sowie als weiche Tageslinsen (Einweglinsen), Ein-/ Drei-/ Sechs-Monatslinsen. Kürzere Tauschintervalle bieten Vorteile in Punkto Hygiene und Verlustrisiko, man kann sie aber in Bezug auf Form, Materialien und Wirksamkeit der Optik weniger gezielt steuern als indiviuelle Linsen, die für längere Tausch-Intervalle gefertigt werden.
  • Brillengläser zur Myopiekontrolle:
    Speziell designte Brillen-Gläser, die das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit bremsen. Gerne informieren wir Sie über die erhältlichen Typen, arbeiten wir mit Ihrem Optiker zusammen oder Sie bringen eine selber gewählte Brille, die wir mit diesen Gläsern ausstatten.
  • Atropin-Augentropfen: In niedriger Dosierung (0.01%) helfen diese Tropfen, die Wirksamkeit einer Myopie-Kontroll Kontaktlinse zur verbessern. Die Kombination wirkt nachweislich besser als die Linsen oder die Tropfen alleine, wird aber nur angestrebt, wenn trotz optimierter Linsen noch kein normales, bzw. physiologisches Wachstum der Augen erreicht wird. Dies ist selten der Fall. Gerne arbeiten wir proaktiv mit Ihrem Augenarzt zusammen, der diese Tropfen verordnet. SIe sind nicht handelsüblich erhältlich, sondern müssen von einer spezialisierten Apotheke angemischt und abgefüllt werden. Möchte jemand keine Myopie-Kontroll Kontaktlinsen oder -Brillengläser nutzen, werden Atropin Tropfen auch in höheren Dosierungen (0.025% / 0.05 % / 0.1 %) eingesetzt. Je höher die Konzentration, umso höher die Wirksamkeit, aber auch die Nebenwirkungen mit Blendung und Problemen in der Nahfokussierung.

Gerne prüfen wir, welche Option für die Augen Ihres Kindes am besten passt. Nachtlinsen sind in einigen Augenformen und Korrekturen eine hervorragende Option, während andere nicht ideal funktionieren. Wir erklären Ihnen die Wirk-Mechanismen und die verschiedenen Optionen gerne bei einem Termin vor Ort.

Die beste Myopie-Kontroll Option gibt es nicht, sondern muss individuell erarbeitet und abgestimmt werden. Nach der ersten Versorgung oder der Anpassung einer Methode muss nach 3 und 6 Monaten die Augenlänge gemessen werden; nicht nur die Korrektur. Diese Erfolgskontrolle ist unerlässlich und die Grundlage für gutes Myopie Management. So kann die Methode angepasst werden, wenn das Kind ungenügend darauf reagiert, also ein sogenannter „Non-Responder“ ist. Schliesslich kann der Grad der Wirksamkeit häufig gesteuert werden mit der Art der Optik der Kontaktlinsen. Eine Brille zu kaufen und dann ein Jahr zu warten entspricht nicht einer zielgerichteten Myopie-Kontrolle, die heutzutage „state of the art“ ist. Wir sind erst zufrieden, wenn das Augenlängen-Wachstum Ihres Kindes den altersentsprechenden Normwerten entspricht.

Vor dem Einsatz von bestimmten Kontaktlinsen oder Brillengläsern nehmen wir uns eine Stunde Zeit, die Augen und die Situation Ihres Kindes zu analysieren und mit Ihnen die Möglichkeiten zu besprechen. Dabei wir ein individuelles Risikoprofil erstellt und es werden unter anderem folgende Faktoren thematisiert:

  • Vererbung:
    Kinder kurzsichtiger Eltern haben ein erhöhtes Risiko selbst kurzsichtig zu werden. Ein Kind mit einem kurzsichtigen Elternteil hat ein dreifach erhöhtes Risiko, das bis zu sechsfach steigen kann, wenn beide Elternteile kurzsichtig sind.
  • Zu wenig Tageslicht:
    Studien zeigen, dass Kinder, die viel Zeit draussen verbringen, weniger und später dazu neigen kurzsichtig zu werden. Vor allem bei Kleinkindern und im Vorschulalter ist Zeit draussen elementar, um einer frühen Kurzsichtigkeit vorzubeugen.
  • Zu viel Naharbeit:
    Lesen, Zeichnen, Computerspiele und Smartphone-Nutzung werden mit der Entwicklung von Myopie in Verbindung gebracht. Es ist wichtig, auch Tätigkeiten mit Blickdistanzen über 4m auszuüben. Bei Nahtätigkeiten sollten regelmässige Pausen eingelegt und eine angemessene Arbeitsdistanz eingehalten werden (mindestens Ellbogen-Abstand zu Auge).
  • Falsche Sehkorrektur:
    Eine Unter- oder Überkorrektur der Sehkraft kann das Fortschreiten einer Kurzsichtigkeit fördern.
  • Falsche Sehhilfe:
    Klassische Brillengläser und Kontaktlinsen regen mit ihrer peripheren Abbildung ein Wachstum des Auges an. Speziell designte Sehhilfen mit „peripherem Defokus“ schaffen hier Abhilfe.
  • Schlechte Zusammenarbeit beider Augen:
    Bei ungenügender Nahfokussierung kann eine Fehlstellung der Augen folgen und sogenannter „Nahstress“ entstehen

  • Auf frühe Anzeichen achten:
    Je früher Myopie erkannt wird, desto besser kann man gegensteuern. Frühe Anzeichen können sein: Gegenstände nahe am Gesicht halten, Augen kneifen, häufiges Blinzeln, Augen reiben oder kein Interesse für weit entfernte Objekte.
  • Frühzeitige Sehkontrollen:
    Die erste Augenkontrolle sollte mit 1-2 Jahren erfolgen, bei Auffälligkeiten auch früher. Es gibt Messmethoden, mit denen auch bei Babys die Sehstärke ermittelt werden kann. Mittlerweile verfügen immer mehr Kinderärzte über Geräte, die gezielt Auffälligkeiten aufdecken können. Solche Screenings führen wir gerne mit Ihrem Kind durch, oder Ihr Kinder-Augenarzt. Ist in dieser Zeit nichts auffällig und entwickeln die Augen eine gute Zusammenarbeit, werden Auffälligkeiten im Sehen häufig erst in der Schulzeit wieder ein Thema.
  • Regelmässige Pausen bei Naharbeiten 
    einlegen, um die Augen zu entspannen. Faustregel 20 / 20 / 2: Alle 20 Minuten mindestens 20 Sekunden auf- und in die Ferne schauen, 2 Stunden pro Tag draussen sein. Die Grundregel lautet: Screentime ≤ Greentime.
  • Abstand halten:
    Eine Mindestarbeitsdistanz von 30-35 cm sollte respektiert werden. Eine Fausregel zur Distanz ist: Hand auf die Backe, dort wo der Ellbogen endet, befindet sich die Mindest-Distanz.
  • Sich über Myopie-Management informieren,
    das über eine einfache Sehkorrektur hinausgehen. Herkömmliche Brillen und Kontaktlinsen korrigieren zwar verschwommenes Sehen, verlangsamen aber nicht die Myopie-Progression. Hilfreich sind auch Patienten-Info Seiten wie www.mykidsvision.org oder www.myopiacare.org.

Myopie Management ist nur bei einem kleinen Teil von Kurzsichtigen wirklich gesundheitlich notwendig. Diese Betroffenen werden mit Vergütungen aus der Grundversicherung (KVG) unterstützt. Übernommen werden CHF 850.- pro Jahr für Kontaktlinsen oder Brillengläser, die nachweislich eine Hemmung der Myopieprogression bewirken. Entscheidend dafür, ob Ihre Augenärztin die entsprechende Verordnung ausstellen darf, ist die Augenlänge, die bisherige Zunahme der Kurzsichtigkeit und das Risiko, hoch kurzsichtig zu werden (über -5.00Dpt).

Die erstmalige Versorgung richtet sich nach unserem Aufwand (Zeit und Material). Bei Tageslinsen kostet eine Versorgung um CHF 450.-, bei 3-Monatslinsen mit Hornhautverkrümmung ca. CHF 500.- bis 650.-, bei Nachtlinsen ca. CHF 600.- bis 900.-.
Die jährlichen Kosten für Linsen, Pflegemittel und Verlaufskontrollen mit Augenlängenmessungen werden als Jahrespakete oder monatliches Abo verrechnet und betragen zwischen CHF 720.- und CHF 990.-. Die Grundversicherung erstattet Betroffenen, die aus medizinischen Gründen von Myopiekontrolle profitieren, jährlich bis zu CHF 850.-. Dafür brauchen Betroffene eine Augenärztliche Verordung mit Vermerk MiGeL 25.02.04.

Ob eine solche Verordnung möglich ist, hängt von der Augenlänge, der Höhe der Myopie und der Geschwindigkeit der Progression ab. Gerne beraten wir Sie diesbezüglich.

Mehr Infos zur Kostenbeteiligung in der Grundversicherung mit der MiGeL Nummer 25.02.04.00.1- bei Fällen mit medizinisch sinnvollem Myopie Management – finden Sie hier.

Warum Pfarrer Kontaktlinsen?

Wie oben geschrieben, finden Sie bei Pfarrer Kontaktlinsen seit über 10 Jahren Expertise im Bereich Myopie Management. Hunderten von Kindern und Jugendlichen gelang es in dieser Zeit, ihre zunehmende Kurzsichtigkeit zu stabilisieren oder das Fortschreiten dieser Myopie zu verlangsamen. Dieses Wissen teilen wir seit Jahren an Vorträgen und bei Workshops mit Berufskollegen aus Optik und Optometrie, mit AugenärztInnen und Orthoptistinnen, im lokalen, nationalen und internationalen Rahmen.

Zudem waren wir mit der Leitung einer Arbeitsgruppe massgeblich daran beteiligt, dass Myopie Kontrolle / Myopie Management auch von unseren Behörden (BAG) anerkannt wurde, Hilfsmittel in relevante Gesundheitsverordnungen aufgenommen wurden und sich folglich Krankenkassen in der Grundversicherung seit 01.07.2024 grosszügig an den Kosten beteiligen müssen.

Myopie Management ist für uns eine Herzensangelegenheit.

Die Augen Ihrer Kinder sind bei uns in besten Händen. Unsere Expertise wird ergänzt damit, dass wir mit Ihnen zusammen auf Augenhöhe gemeinsam die optimale Lösung für Ihr Kind finden wollen. Dafür arbeiten wir mit Partnern aus der Industrie und Augenärzten der Region zusammen und setzen wir alles daran, Sie und Ihr Kind bestmöglich zu unterstützen, um der Entwicklung einer starken Kurzsichtigkeit entgegenzuwirken. In einem ausführlichen Beratungsgespräch erfahren Sie mehr.

Vereinbaren Sie noch heute einen Termin und profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung im Myopie Management!

weiterführende / unabhängige Infos: SRF PULS

Die Sendung PULS (SRF) hat das Thema Myopie mehrmals aus verschiedenen Aspekten aufgegriffen und gut aufgearbeitet. Hier finden Sie die entsprechenden Sendungen:

PULS) Risiko Myopie – Kurzsichtig als Kind, sehbehindert als Erwachsene? [16.06.2025]

PULS) Schädliche Kurzsichtigkeit? [02.09.2019]

PULS) Kurzsichtige Jugend [02.03.2015]

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